Tollwütige Faktenfüchse

Die Presse ist immer weniger die „Vierte Kraft im Staat“ und immer mehr Hofberichterstatterin und wird damit zur Demokratiebestatterin

Ich habe in vielen meiner Blogs zur Corona-Zeit immer wieder gefragt: Wo bleiben die investigativen Journalisten? Wo ist die kritische Presse? Bis auf wenige Ausnahmen habe ich wenig kritische Berichterstattung über die offizielle Corona-Politik, die „Maßnahmen“, das Bedürfnis des Staates, alle mit Impfungen zwangszubeglücken, und verwandte Themen wahrgenommen. Die Presse hat fast immer ins gleiche Horn geblasen wie die offiziellen Verlautbarungen von Regierung und ihren Ämtern, RKI und PEI. Ich habe in meiner Interviewstudie, die ich vorläufig nur in meinem Corona-Roman „Verschachtelte Wahrheit“ ausgewertet habe, auch einige Pressefachleute befragt, warum das so ist. Die Antworten waren vielschichtig, aber ein wichtiges Element zieht sich durch:

Die Schere im Kopf. Es mag auch manchmal offizielle Durchgaben von oben gegeben haben, die den Leuten in der Redaktion sagen, wo’s langgeht. Aber viel wichtiger ist die „gefühlte Wahrheit“, das, was die meisten Leute als das „Richtige“ sehen, das, was politisch korrekt ist, was man den Leuten beibringen muss. Nicht mehr das, was tatsächlich der Fall ist, zählt, wie es ein früherer „Spiegel“-Leitsatz ausdrückte, sondern dass man die richtige Haltung zeigt. Und die richtige Haltung ist die Haltung derer, die man als fortschrittlich, liberal, links, eben als die Mehrheit wahrnimmt, und ist zufälligerweise auch die Haltung der Mächtigen. Wenn man es dieser Mehrheitsmeinung nicht recht macht, läuft man als normaler Reporter oder Redakteur Gefahr, nicht mehr ernst genommen zu werden, keine Aufträge mehr zu kriegen, ja vielleicht sogar seinen Vertrag zu verlieren. Das Prekariat der kurzen Verträge, der freiberuflichen Mitarbeit, die jederzeit kündbar ist, hat in der Medienbranche, so sagten mir meine Informanten, weitgehend die früher häufigeren Stellen der unkündbaren und daher auch meinungsfesten Redakteure und Chefreporter ersetzt.

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Déjà-vu – Robert Koch seziert!

Ein falsches Heldennarrativ und eine Gegengeschichte aus dem Untergrund – ein Buchbesprechungsessay

Dieser Text von mir wurde am 24.3.2026 von TKP.AT (https://tkp.at/2026/03/24/deja-vu-robert-koch-seziert/) publiziert.

Barz, Heiner. (2025). Robert Koch jenseits des Mythos: Die Argumente seiner Kritiker in Originaltexten. Berlin: Springer. ISBN 978-3-662-70354-0, kartoniert, 197 Seiten, 22,99 €.

Beinahe jedes Narrativ eines wissenschaftlichen Triumphes hat ein Gegennarrativ, das kaum bekannt ist. Denn die Geschichte ist bekanntlich die der Gewinner. Verlierer und die, die auf der Strecke bleiben, haben in der offiziellen Hagiografie der Wissenschaft keine Stimme. Allmählich getrauen sich Wissenschaftshistoriker auch an die heiligen Kühe der deutschen Wissenschaft und führen sie in den Schlachthof. Mein Kollege Florian Mildenberger hat das vor nicht allzu langer Zeit mit einem der Säulenheiligen der deutschen Infektiologie, Paul Ehrlich (1854-1915) getan: Er hat im Paul-Ehrlich-Archiv, das von der Rockefeller Foundation verwaltet wird, nach der Datenbasis für Paul Ehrlichs angeblichen Erfolg bei der Behandlung der Syphilis gesucht [1]. Es zeigte sich, dass die angeblich an Menschen gewonnenen Daten zur Wirksamkeit des vermeintlich ersten wirksamen Mittels gegen Syphilis, dem Salvarsan, nicht existierten, sondern Paul Ehrlich allenfalls wenig aussagekräftige Tierversuche durchgeführt hatte. Das Salvarsan war wirkungslos. Die vermeintliche Wirkung kann zwanglos anders erklärt werden: die Syphilis ging in den Jahren des ersten Weltkrieges, als die Salvarsan-Einführung im großen Stil gepredigt wurde, deswegen zurück, weil die jungen Männer, die sich sonst normalerweise in Bordellen eine Syphilis einfingen, in den Schützengräben von Verdun verfaulten.

Wo hatte Ehrlich gelernt, dass man mit gefälschten Daten und einer wissenschaftlichen Heilsverkündung weit kommt?

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Buchvernissage, Vortrag über meine Interviewstudie, Hauskonzert „Triumph der Liebe“

Einladungen zu meinen nächsten Veranstaltungen in Basel

Am Freitag, dem 27. Februar 2026, um 19 Uhr organisiere ich eine Buchvernissage zum ersten Buch, das in unserem Discorso Verlag (https://discorso.ch) erschienen ist:

Mut zum Widerspruch“. Ich hatte darüber schon mal kurz berichtet und mittlerweile gibt es schon eine Reihe von Rezensionen zum Buch.

Die Veranstaltung findet statt in Lucia Messmers Salon in der Florastr. 3, 4057 Basel. Hier ist die Einladung zu dieser Vernissage:


Vortrag über meine Interviewstudie

Ebenfalls in Lucia Messmers Salon in der Florastr. 3, 4057 Basel halte ich am Mittwoch, dem 4. März 2026 um 19:30 Uhr einen Vortrag über meine Interviewstudie, die meinem Roman „Verschachtelte Wahrheit“ zugrunde liegt. Der Infosperber hat kürzlich darüber berichtet. Hier geht’s zur Einladung:


Hauskonzert zum Frühjahrsanfang

Ein Hauskonzert zum Frühjahrsanfang – Triumph der Liebe – mit Liebesduetten und einigen Solostücken gestalten meine Gesangslehrerin Verena Krause und ich in der Schatz- und Wunderkammer am Spalenring 1 in Basel. Der Eintritt ist frei, wir machen eine Kollekte, aber Anmeldung ist erbeten, da der Raum eine Platzzahlbeschränkung hat.

Die „Schatz- und Wunderkammer“ am Spalenring ist ein liebevoll mit Schmuckstücken und antiken Möbeln eingerichteter Raum, der für Kammerkonzerte bestens geeignet ist. Wir singen verschiedene Duette von Monteverdi, über Händel, Haydn, Mozart, Schubert und Schumann bis zu Fauré, Gounod und ein paar Operettenheulern. Wir werden begleitet von einem genialen jungen Pianisten, Semyon Berezin.

Das Konzert findet am Donnerstag, dem 19. März und Samstag, 21. März 2026 um 19:30 Uhr statt sowie am Sonntag, dem 22. März 2026 um 17 Uhr.

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Discorso: „Mut zum Widerspruch – Dissidenten der Alternativlosigkeit berichten“

Verlagsgenossenschaft Discorso mit erstem Buch „Mut zum Widerspruch – Dissidenten der Alternativlosigkeit berichten“ auf dem Markt

Letztes Jahr habe ich mit ein paar Mitstreitern aus der MWGFD, u. a. Klaus Steger, Christian Schubert, Anne Ulrich, Stefan Hockertz und einigen anderen die Verlagsgenossenschaft Discorso in Basel gegründet. Unsere Webseite https://discorso.ch/ gibt Auskunft über unsere Ziele und unsere Bücher. Das erste Buch, „Mut zum Widerspruch – Dissidenten der Alternativlosigkeit berichten“, herausgegeben von Wolfgang Stölzle und Günter Roth, erscheint am 11.12. im Druck und kann ab sofort auf unserer Webseite vorbestellt werden. Das Buch fasst auf 400 Seiten die Erfahrungen von 18 Autoren zusammen. Darunter sind, neben mir, Autoren aus den Kreisen der MWGFD – Christian Schubert, Andreas Sönnichsen – und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die entweder in der Coronakrise oder auch schon davor gegen Missstände das Wort erhoben haben. Teilweise mussten sie harte Konsequenzen erleben, wie etwa Daniele Ganser oder Alessandra Asteriti. Die meisten Kapitel betreffen Maßregelungen aus der Corona-Zeit, so etwa die Berichte von Ulrike Guérot, Michael Meyen, Andreas Heisler, Alexander Bittner, Christian Dettmar, Lucian und Martin Michaelis, Carola Kistel und schließlich die Erfahrungen der Herausgeber Günter Roth und Wolfgang Stölzle. Heike Egner und Anke Uhlenwinkel fassen ihre sozialwissenschaftliche Studie zu diesem Themenbereich und ihre eigenen Erfahrungen zusammen, und Michael Esfeld hat das Vorwort geschrieben.

Es ist eine wichtige Dokumentation über Strukturen der Ausgrenzung, die zwar je andere Bereiche, aber ähnliche Mechanismen umfassten. Vor allem ist es ein Widerspruch gegenüber falschen Tatsachenbehauptungen und Meinungsmanipulation. Dieser Widerspruch ist möglich, so zeigt dieser Band, allerdings womöglich mit Kosten verbunden. Manchmal sind sie hoch. Aber jeder Beitrag zeigt auch auf, dass solche vermeintlichen Maulschellen gleichzeitig neue Wege eröffnen und macht daher Hoffnung. Das ist zumindest die Absicht aller Autoren gewesen.

Inwiefern dies gelungen ist, sollten die Leser dieses Buchs beurteilen, das für 29,80 € (400 Seiten), auf der Discorso Webseite bestellbar ist, wo es auch nähere Informationen gibt.

Übrigens: Wer unsere Arbeit unterstützen will, der kann für 500 CHF Mindestbeteiligung (oder einem Vielfachen davon) Genossenschafter werden und einen oder mehrere Anteilsscheine erwerben. Damit können Genossenschafter teilhaben, mitgestalten, mithelfen oder einfach Stütze sein. Wen das interessiert, der melde sich bei mir unter hw@discorso.ch.

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Buchbesprechung Helmut Sterz: Die Impf-Mafia

Ich habe das neue Buch von Helmut Sterz gelesen und bespreche es hier kurz. Es erscheint am 1.12. und ist das wichtigste Corona-Aufklärungsbuch, das mir bekannt ist (alle habe ich allerdings auch nicht gelesen). Ich lege es den Lesern meines Blogs ans Herz. Die Besprechung wurde für den Blog von „Achse des Guten“ geschrieben und ist dort bereits erschienen.

Helmut Sterz: Die Impf-Mafia. Pfizers ehemaliger Cheftoxikologe weist nach, wie uns rechtswidrig Giftstoffe als Heilmittel gegen Covid-19 verkauft wurden. Basel: Rubikon. 240 Seiten. 24 €, ISBN 978-3-907606-00-1

Das Wichtigste dieses Corona-Aufklärungsbuches kommt ganz am Schluss auf S. 206 – 210: „Forderungen zur Aufarbeitung des weltweiten Pharmaskandals“. Dort stellt der Autor 18 Forderungen auf. In meinen Augen besonders hervorzuheben (in meinen Worten, wo nicht durch Zitate kenntlich gemacht):

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